Der Lochner Schützenkommandant schreibt an die französische Verwaltung in Salzburg:

 

„Bitte vom Joseph Stumböck,als Kommandant des Schützencorps zu Lochen im Innviertel nächst Fridburg ddto 19/19 Juny 1810 um hochgnädige Erlaubniß,daß auch die in diesem Bezirke liegenden Salzb. Bauern mit den Innviertlern aufziehen dürfen.

 

Hochlöbliche General Landesadministration !

 

Bey uns zu Lochen im Innviertel, Gerichts Friedburg, herrscht wie an anderen Orten die Gewohnheit, dass junge Bauernburschn sich zusammenrotten, und am Fronleichnamsfeste ein kleines Korps von Schützen formieren, die alda zur größeren Solenität aufzuziehen pflegen.

 

Nun erhielten jene Bauernknechte, welche in das inviertl. Pfleggericht gehören hiezu auch die Erlaubniß; den Bauern aber, die unter diesen Korps sich befinden; aber nach Salzburg gehören, wurde das Aufzühen von ihrer Obrigkeit untersaget.

 

Da sich nun von diesen fasst alle schon uniformirt, und zum Aufzuge alle möglichen Anstalten getroffen haben, auf so eine Weise aber all ihre Kösten umsonst sind, zu dem der Comandant ein Salzburger ist, und sohin das Korps ohne Anführer wäre, so stelle ich hiemit im Namen der übrigen Salzburger Bauern die unterhänige Bitte, dass auch uns am Fronleichnamsfeste das Aufzühen mit den Innviertlern aus hohen Gnaden gestatten werden möchte.

 

Lochen den 20 ten Juny 1810                                  Joseph Stumböck“

 

Ob den in den salzburgischen Nachbargemeinden liegenden Bauern die Erlaubnis erteilt wurde, ist leider nicht bekannt.